Unser dansk.de-Lesesommer geht in die nächste Runde. Zu gewinnen gibt es diesmal drei Exemplare des neuesten Krimis von Anne Nørdby: Schatten Eis. Der neue Fall von Marit Rauch Iversen, die als Super-Recognizerin für die Kopenhagener Polizei arbeitet, führt die Polizistin nicht nur in die dänische Hauptstadt, sondern auch nach Grönland – an den Ort, an dem einst ihre Familie getötet wurde.
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»Der Anngiaq ist ein böser Geist. Er riecht Geheimnisse, fühlt sich magisch davon angezogen. Er schleicht sich in dein Leben und vergiftet es langsam. Wie der Kadaver eines verwesenden Tieres, der oben in einem Bachlauf liegt und das Wasser vergiftet, das man unten schöpft und durstig trinkt.«
Ein altes Geheimnis, tief verborgen in Grönlands Geschichte. Wer es ans Licht bringt, muss sterben. So besagt es ein alter Fluch. Marit Rauch Iversen war noch ein Kind, als der Anngiaq ihre Familie in Grönland tötete. Heute arbeitet sie als Super-Recognizerin für die Polizei in Kopenhagen. Den Fluch von damals hat sie längst vergessen. Bis eine Reihe grausamer Morde die dänische Hauptstadt erschüttert.
Anne Nørdby im Interview
Anne Nørdby ist das Pseudonym der deutschen Autorin Anette Strohmeyer, die in ihrer Wahlheimat Dänemark erst in Kopenhagen lebte und nun auf Møn ihr Zuhause gefunden hat. Inspiration für ihre erfolgreichen Krimis, Thriller und Hörspiele findet sie vor allem auf ihren zahlreichen Reisen durch Skandinavien. Neben skandinavischen Krimis mit Schauplätzen in Dänemark, Island, Norwegen und Schweden entwickelt Anette in verschiedenen Writer's Rooms gemeinsam mit anderen Autoren Serienstoffe und -konzepte, z. B. für die Hörspielserie "Monster 1983" oder den Thriller "Cold Reset".
Wieso spielen deine Krimis in Dänemark (und Schweden bzw. ganz Skandinavien)? Was ist das Besondere für dich an dem Land/den Ländern?
Ich war seit meinem ersten Skandinavien-Urlaub in Island ganz fasziniert von der kargen Landschaft und der Isoliertheit, in der die Menschen dort leben. Danach folgten sämtliche anderen nordischen Länder und da war sie, die Skandi-Liebe. Nach Dänemark fuhren wir als Kinder schon, das war immer ein klasse Urlaub. Und als ich dann 2018 nach Kopenhagen zog, dachte ich mir, dass ich meine Leidenschaft für Skandinavien nun auch in meinen Thrillern ausleben kann. Vor Ort lässt sich die Atmosphäre einfach viel besser einfangen, um sie in meine Bücher einfließen zu lassen, genauso wie alles andere, was man lernt, wenn man in Dänemark lebt. Das war eine spannende Zeit. Das Besondere an Dänemark ist für mich die Ruhe, die man hier findet. Vielleicht nicht unbedingt in der Metropolregion Kopenhagen; daher wohne ich jetzt auf der kleinen Insel Møn (wo auch einer meiner Thriller „Rot.Blut.Tot.“ spielt). Ich liebe es, abends ganz allein an den Stränden oder den Kreidefelsen spazieren zu gehen. Das lädt meine Batterien nach einem anstrengenden Schreibtag wieder auf. Auch das Gemeinschaftsgefühl der Dänen finde ich toll. In meinem kleinen Dorf bin ich voll integriert und mache bei allen Veranstaltungen mit, sei es das Ostereier-Wettrollen oder das gemeinsame Streichen der alten Dorfschmiede. Dadurch habe ich viele nette Leute kennengelernt. Dieses Hygge-Gefühl setze ich mit meinen Krimis gern in düsteren Kontrast zu Verbrechen. Und die weiten, fast menschenleeren Gegenden auf dem Land laden mein Krimi-Hirn förmlich dazu ein, diese als Schauplätze für meine Bücher zu verwenden.
Kannst du dich noch an deinen ersten Besuch/Urlaub in Dänemark erinnern? Wo war das?
An meinen ersten nicht, denn da war ich noch zu klein. Wohl aber an alle anderen, die danach folgten, meist an den Ringkøbing-Fjord (deshalb spielt dort auch ein erster Thriller „Kalter Strand“). Wir fuhren oft mit einer befreundeten Familie und so hatten wir Kinder unsere Spielkameraden mit dabei. Wir sprangen von Dünen, spielten Verstecken in den Büschen rund ums Haus und kletterten auch schon mal aufs Dach, um das Meer zu sehen. Ich erinnere mich an den Geschmack der knallroten Himbeerbrause und der ebenso knallroten Salami, an das Tropfen des Softeises mit den Schokostreuseln, den Geruch von Seetang und das Gefühl von Salz auf der Haut nach dem Baden. Dänemark-Urlaub ist für mich eine einzige warme Kindheitserinnerung, wie an einen ewigen Sommer, auch wenn er immer nur zwei Wochen gedauert hat.
Gibt es eine Lieblingsregion/-ort in Dänemark?
Definitiv Kopenhagen und Møn. Den Ringkøbing-Fjord finde ich auch toll und dann noch die Insel Læsø, wegen meiner Kindheitserinnerungen. Helsingør mag ich auch sehr und den kleinen Ort Dragør auf Amager. In Kopenhagen sitze ich am liebsten im Café am Skuespilhus am Hafen oder mit einer kalten Limo in der Hand am Krøyers Plads am Wasser, wenn die Abendsonne sich golden über der Stadt senkt.
Und zum Schluss ein paar Schnellfragen:
Ostsee oder Nordsee?
Früher Nordsee, jetzt Team Ostsee.
Hotdog oder Stjerneskud?
Stjerneskud!
Sommer oder Winter?
Sommer!
Hygge oder Luxus?
Hygge!