Die Hünengräber und Dolmen von Mön zu Fuß oder mit dem Fahrrad entdecken

In keinem anderen Land Europas gibt es so viele Hünen- und Megalithgräber wie in Dänemark. Alleine auf Mön können Sie 119 Hünengräber entdecken. Dieser Text soll Ihnen einen kurzen Überblick über die interessantesten Hünengräber und Dolmen auf Mön geben. Wir laden Sie ein auf eine Tour entlang der Grabhügel dieser Landschaft. Nicht alle Gräber sind für Sie als Touristen zugänglich. Achten Sie auf die entsprechende Beschilderung. Und gleich vorweg noch ein guter Tipp: Nehmen Sie auch eine Taschenlampe mit. Und wenn Sie möchten auch gleich den Picknickkorb. Sie möchten die Dolmen und Hünengräber mit dem Fahrrad erkunden? Hier finden Sie die Beschreibung für Radfahrer.

Schöne Landschaft auf Mön
Schöne Landschaft auf Mön

Ein Ausflug in die Jägersteinzeit

Blicken wir einmal rund 6000 Jahre in die Vergangenheit. In Dänemark herrschte damals ein recht mildes Klima und mit großen Wäldern und fruchtbaren Feldern ging es den Menschen der Jägersteinzeit ziemlich gut. Und wie so manche andere Völker Europas zog auch im Dänemark dieser Zeiten der Brauch ein, den Verstorbenen Gräbern mit riesengroßen Steinen zu hinterlassen. Und das waren dann die Ganggräber und die Dolmen. Und einige dieser Grabstätten sind bis heute gut erhalten geblieben. So etwa auf Westmön, in der Nähe der Fanefjord Kirche und auch auf Bogo können Sie gute Beispiele des Reichtums der Insel entdecken. Megalithgräber treffen Sie auch in Neble bei Stege und bei Somarke in der Nähe von Liselund und im Osten von Mön an.

Die Hünengräber

Umgeben von Faszination und Mystik erreichen die Dolmen und Ganggräber auf Mön ein Gewicht von bis zu 20 Tonnen. Die Hünengräber sind dabei als Kollektivgräber zu verstehen, die über einen langen Zeitraum benutzt werden konnten. Also dem Friedhof in unserem heutigen Sinne nicht ganz unähnlich. An diesen Hünengräbern konnten in der Vergangenheit auch erstaunliche Entdeckungen gemacht werden. So gab es Menschenknochen zu finden, aber auch Flintbeile, Feuersteine, Tontöpfe und Bernsteinperlen. Diese Gegenstände sind heute in verschiedenen Museen Dänemarks zu bewundern. Und das waren just jene Gegenstände, die man dem Toten mit auf seine Reise geben wolle. Viele dieser Gegenstände sind aus dem Rohstoff Flint gefertigt, der in der Bauernsteinzeit für viele Werkzeuge wichtig war. In der späteren Bronzezeit wurden die Hünengräber für so manche kultische Handlung zweckentfremdet.

119 Hünengräber

Eine stattliche Zahl: Exakt 119 Hünengräber sind heute auf Mön bekannt. Und das ist zweifellos die höchste Konzentration an Hünengräbern in Dänemark. Die Tradition der Hünengräber hatte über viele Jahrhunderte Bestand und so unterscheiden sich auch die Hünengräber von Mön in ihrem Aussehen und ihrer Geschichte teilweise erheblich voneinander. Sehr gut erhalten sind die Hünengräber sowie Jordehøj bei Stege und Sømarkedyssen auf Østmøn.

Die Dolmen – Entdecken Sie die Grabkammer

Ein Hünengrab der Trichterbecherkultur wird als Dysse oder Dolmen bezeichnet. Die Herkunft dieser Gräber wird meist in die jüngere Steinzeit datiert. Diese Grabkammer wird von einer Reihe großer Randsteine umgeben. Sind die Steine länglich oder gar rechteckig angelegt, so können wir von einem Langgrab sprechen. Die rundliche Steinsetzung entspricht dann dem Ganggrab. Die Dolmen wurden zwischen 4000 und 1800 v. Chr. erbaut.

Ein Grab für den Riesen?

Ein Hüne ist ein großer Krieger und so wurden auch die Hünengräber riesenhaften Menschen zugeschrieben. Die rechteckigen Kammern erreichen auch eine stattliche Männerlänge und werden mit einem Schwellenstein oder einer Tür abgeschlossen. Von außen ist oft nur der Randstein zu sehen, alle Elemente des Grabes blieben in einem runden oder rechteckigen Erdhügel verborgen. Der Boden vieler Hünengräber ist mit Flintsplittern bedeckt. Manche Grabkammern sind auch als Doppelganggrab angelegt worden.

Top 10 der Hünengräber auf Mön

Top 10 der Hünengräber auf Mön
Top 10 der Hünengräber auf Mön

Klekkende Hoj

Das einzige Doppelgrab von Mön liegt zwischen Roddinge und Tostenæs. Die Grabkammer hat eine Länge von knapp neuen Metern. Die beiden Gräber werden in der Mitte durch zwei große Steine abgetrennt. Entdeckt im Jahre 1797 vom Kammerherren A. de la Calmette von Marienborg war eine Quelle vieler interessanter Funde, wie etwa Dolche, Bernsteinperlen, Flintbeile und Tontöpfe. Die letzte Restaurierung fand im Jahre 2002 durch das Nationalmuseum von Dänemark.

Grønsalen (Grønjægers Høj)

Sie brauchen von der Fanefjord Kirche nur 500 Meter nach Süden wandern und schon sind Sie bei einem der besterhaltenen Langgräbern von Mön. Das Grønjægers Høj hat eine Länge von 102 Metern und ist 13 Meter breit. Es erreicht eine Höhe von 2 Metern und wurde mit großen Randsteinen umbaut. Der Sage nach herrschte Grønjægers über diese Region von Mön und wurde hier begraben.

Kong Asgers Høj

Dieses große dänische Hünengrab liegt ungefähr einen Kilometer entfern von Sprove auf Westmön und bietet eine faszinierende Panoramaaussicht. Der Gang hat eine Länge von 10 Metern und wird von einer Doppelreihe von Rahmensteinen umgeben. Ausgrabungen aus dem Jahr 1839 haben Streitbeile und Tongefäße zutage gebracht.

Sprovedyssen

Knapp 100 Meter südlich von Kong Asgers Hoj liegt schon das nächste Hünengrab. Sprovedyssen ist umgeben von 35 großen Randsteinen und verfügt über einen Gang mit Grabkammer. Das dänische Nationalmuseum war für die Restauration der historischen Stätte verantwortlich.

Sparresmindestuen

Im Nordosten von Ny Æbelnæs können Sie das Sparresmindestuen Ganggrab entdecken. Allerdings nur von außen: Der sieben Meter lange Gang führt zwar in eine 10 Meter lange Grabkammer. Allerdings ist der Eingang heute so klein, dass der Innenraum des Grabes bestenfalls noch von kleinen Tieren erkundet werden kann.

Das Ganggrab von Hulehøj

Auf Bogo können Sie das Ganggrab von Hulehøj entdecken. Dieses verfügt über einen Gang mit einer Länge von 5,5 Metern und einer Grabkammer mit 6,3 Metern. Besonders interessant sind die Schwellen- und Rahmensteine, die Ihnen innerhalb des Ganges begegnen werden.

Jordehøj

Das Ganggrab Jordehøj liegt zwischen Stege und Neble und kann vom Pejdervej gut erreicht werden. Die Grabkammer erreicht eine Länge von 10 Metern, der Gang ist 8 Meter lang. Entdeckt wurde dieses Grab im Jahre 1836 vom Kaufmann Hage aus Stege. Er fand auch 6-8 Skelette, verschiedene Tontöpfe, Bernsteinperlen und Flintgerätschaften. Das Grab wurde vom Nationalmuseum zuletzt im Jahre 1988 restauriert.

Stendysse bei Råby

Auf den Höhen im Westen von Råbymagle liegt dieser Dolmen. Lange ist es her, dass Råbydyssen ein Langgrab mit 2 Reihen Steinen gewesen sein soll, die sich rund um den Hügel legten. Zwei Rahmensteine, sowie der große Deckstein sind heute erhalten geblieben. Ein Zugang zum Dolmen für Touristen besteht leider nicht. Aber auch der Blick von außen ist sehenswert.

Sømarkedyssen

Der bekannteste Dolmen von Mön liegt östlich von Sømarke auf dem Stendyssevej. Diese Grabkammer bietet Ihnen eine traumhafte Aussicht auf das Umland. Das Sømarkedyssen besteht aus sieben tragenden Steinen und einem großen Deckstein. An dem Deckstein können Sie 180 schalenförmige Vertiefungen aus der Bronzezeit entdecken. Es wird vermutet, dass der Dolmen auch als Heiligtum Bedeutung hatte.

Skaglevaddyssen (Busemarkedyssen)

Zwischen Råby und Busemarke finden Sie in einer Senke das imposante Skaglevaddyssen Langgrab. Dieses hat eine Länge von 26 Metern und wird am Westende mit drei großen Steinen abgeschlossen. In der Ecke im Südosten können Sie Steinschalenvertiefungen aus der Bronzezeit entdecken. Über den Sdr. Landevej können Sie das Langgrab begehen.

Die Spuren der Frühgeschichte mit dem Fahrrad entdecken

Die Radtour durch Westmön verlaufen über 36 Kilometer auf asphaltierten Landstraßen und Waldwegen. Besonders angenehm und auch typisch für Dänemark: Mehr als 3% Steigung geht es niemals aufwärts. Erwachsene schaffen die Strecke in ungefähr 3 Stunden und 20 Minuten. Für die Fahrt mit Kindern sollten Sie viereinhalb Stunden einplanen.

Mit dem Fahrrad in die Steinzeit

Über kleine, familienfreundliche Hügel führt Sie die „Steinzeitroute“ entlang der interessantesten frühgeschichtlichen Highlights von Mön. Sie radeln entlang der Küste mit dem Badestrand und durch ruhige Wälder, Sie entdecken Rapsfelder und Büsche mit Flieder, Sie lernen gemütliche Dörfer kennen und natürlich die interessanten Hünengräber.

Von Damsholte bis Fanefjord Skoven

Beginnen Sie Ihre Tour in Damsholte. Hier wartet die interessante Rokoko Kirche aus dem Jahre 1743 auf den interessierten Besucher. Besonders sehenswert sind in dieser Kirche die Empore und der Altar. Mit dem Fahrrad geht es dann weiter nach Hjelm und dann nach Rytsebæk. Sie haben Lust, auf eine kurze Pause? Ein guter Einfall, denn hier können Sie Ihre Füße einmal in der Ostsee abkühlen. Weiter geht es vorbei an der biologischen Obstplantage Rytzebækgård und dann durch den Wald von Fanefjord Skoven. Hier können Sie sich auch die imposanten Buchten an der Steiküste ansehen.

Vom Grønvedvej zum Campingplatz Vestmøn

Nun geht es zurück zum Grønvedvej und dann nach Liseby. Folgen Sie nun links einem asphaltierten Waldweg auf dem Fanefjord Skovvej. Diese windgeschützte Ecke bietet bei Bedarf viele schöne Rastplätze. Dann biegen Sie links ab auf den Kiesweg Fibigervej, über den Sie zum Paberhavevej kommen. Rechts abgebogen geht es dann weiter nach Vindebæk über den Slotshavevej. Hier können Sie dem Bauernhof Vindebæk Hovedgård einen Besuch abstatten und sich bei Bedarf mit Würstchen und Qualitätsfleisch aus der heimischen Produktion eindecken. Oder bevorzugen Sie lieber Käse? Dann führt Sie die Route nach Hårbølle, einem interessanten Standort der Käseproduktion: Dem Hårbølle Mejeri og Osteri. Leckeren Kuchen bekommen Sie anschließend im Hårbølle Café - Møns Kulturhaus, das Sie auf dem Vindebækvej passieren. Wenn Sie sich für Webteppiche und handgearbeitete Keramik interessieren, dann kommen Sie gleich nebenan auf dem Bøllegården auf Ihre Kosten. Und schließlich gelangen Sie direkt zum Sandstrand der Küste und dem Campingplatz Vestmøn.

Vom Hårbølle Havn bis zur Kunsthalle 44

Durch das Ferienhausgebiet gelangen Sie zum kleinen Hafen mit dem Namen Hårbølle Havn. Hier ist ein guter Ort um ein wenig zu Träumen. Schauen Sie den Kajakruderern oder den Booten nach und gönnen sie Ihren Kindern ein Eis. Doch nun geht es zurück auf den Hårbøllevej in Richung Fanefjord. Hier finden Sie die Fanefjord Glas, die Glasbläserwerkstatt. Und nun wartet das längste Grab Dänemarks der jüngeren Steinzeit auf Sie: Das Grønsalen ist 13 Meter breit, 2 Meter hoch und ganze 102 Meter lang. Der „Saal des grünen Jägers“ verfügt über drei Grabkammern. Direkt nebenan befindet sich ein Bauernhof, der Ihnen frisches und biologisch korrektes Gemüse feilbietet. Nicht weit entfernt können Sie auch über die Fanefjord Kirche aus dem Jahre 1250 mit ihren Kalkmalereien staunen. Hier werden biblische Geschichten vom sog. Elmelunde-Meister in Bildern erzählt, die fast schon an Comics erinnern. In Richtung St. Damme radeln Sie vorbei an der ehemaligen Zuckerfabrik ‚Saftstation Damsborg’, die heute als Restaurant Café mit Rittersaal genutzt wird. Unweit entfernt liegt auch das Schmuckmuseum. Hier wird fleißig gearbeitet, aber auch eine Ausstellung über Bernstein und seine Geschichte können Sie sich bei diesem Zwischenstopp ansehen. Und schließlich gelangen Sie dann zur Kunsthalle 44.

Vom Klekkendehøj bis zur Kirche von Damsholte

Vorbei an einem kleinen Dorfteich radeln Sie weiter zum Hünengrab Klekkendehøj. Dieses Doppelgrab ist 9 Meter lang und in zwei Grabkammern aufgeteilt. Eine grundlegende Restauration fand im Jahre 2001 vom dänischen Nationalmuseum statt. Sie können das Hünengrab begehen und erfahren, was die Menschen der Steinzeit auf ihrer letzten Reise mit sich geführt hatten. Im Verlauf der Strecke wartet schon bald das nächste geschichtliche Highlight auf Sie: Das Kong Asgers høj. Dieses Hünengrab hat ein Alter von ca. 5000 Jahren und eine Länge von 10 Metern. Sie werden hier 19 Trag- und 7 Deckensteine zählen. Wenn Sie eine Taschenlampe zur Hand haben dürfen Sie die Grabkammer auch begehen, bzw. bekrabbeln. Genießen Sie hier die faszinierende Aussicht auf das südliche Seeland.
Hier können Sie auch einen Blick auf die Faro-Brücken und die Brücke nach Mön werfen. Eine weitere schöne Aussicht können Sie auch am Borrens Bjerg genießen. Von hier aus erreichen Sie vorbei am Park des Gutes Marienborg auch bald schon wieder den Ausgangspunkt. Werfen Sie hier noch kurz einen Blick auf die Kirche von Damsholte mit der Familiengrabstätte der Gutsfamilie. Und hier schließt sich der Kreis Ihrer Radtour.

Ein Besuch beim Fahrradverleih

Wenn Sie Ihre liebsten Esel aus Draht nicht selbst mit in den Urlaub nehmen möchten, dann bietet sich an, die Radtour vom Fahrradverleih aus zu starten. Hierzu bieten sich an:

Fri BikeShop
Storegade 91
4780 Stege

Fahrradverleih - Klintholm Hafen
Thyravej 6
Borre 4791

Campingplatz Møns Klingt
lintevej 544
4791 Borre Møn

Fazit: Ein Ausflug in die Steinzeit von Mön lohnt sich

Ob Sie nun mit dem Fahrrad durch Mön unterwegs sind oder ob Sie die Hünengräber von Mön auf andere Weise erkunden: Wenn Sie sich für das Leben der Steinzeit und für historische Grabstätten interessieren, dann ist eine Tour entlang der Hünengräber und Dolmen von Mön genau die richtige Idee.

Die Wanderlandschaft Mön

Ob Sie die romantischen Gartenanlagen im Liselund Park besuchen möchten oder die Kreidefelsen bei Havrelukke, wandern macht auf Mön immer ganz besonders viel Spaß. Auf 2,5 Kilometer Länge verläuft der Wanderweg rund um den See Skriversø und im Jydelejet Tal können Sie das Vieh bei der Weide beobachten und viele seltene Pflanzen entdecken. Sehr sehenswert ist auch der Wald von Klinteskoven.

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Letzte Aktualisierung am 18.04.2018.

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