Es ist das Standardwerk der Reiseführer über Dänemark: Das Reise-Handbuch Dänemark von Hans Klüche. Mit diesem Buch finden Sie zu allen bekannten und auch weniger bekannten Sehenswürdigkeiten. Es werden die Regionen Dänemarks ausführlich vorgestellt und sowohl kulinarische Tipps gegeben als auch beste Adressen für einen ausgedehnten Shoppingbummel genannt.
Hans gibt in einem kleinen Interview spannende Einblicke in sein Bild von Dänemark und die Arbeit an einem Reisehandbuch.
Macht mit bei unserem Gewinnspiel am Ende des Interviews und gewinnt eines von drei 470 Seiten starken DuMont-Reisehandbüchern „Dänemark“!
Kannst du dich noch an deine erste Reise nach Dänemark erinnern?
Auf jeden Fall. Das war nach dem Abitur zur Blütezeit der Interrail-Reisen. Es ging mit Freunden in einem Nachtzug nach Kopenhagen, später weiter nach Schweden, Finnland und Norwegen. Ich war so gespannt auf die Fährüberfahrt von Puttgarden nach Rødby, dass ich im Zug überhaupt nicht schlafen konnte, weil ich fürchtete, ich würde auf dem Schiff nicht aufwachen. Also war ich die ganze Zeit hellwach, dafür den anschließenden Tag in Kopenhagen todmüde. Ich muss übrigens zugeben: Damals als 18-Jähriger wusste ich kaum, dass es überhaupt ein Dänemark neben Kopenhagen gibt.
Bist Du eigentlich nur in Dänemark unterwegs?
Nein. So schön das Land auch ist, aber ich habe aktuell noch Bücher über Neuseeland zu betreuen und dorthin reise ich auch regelmäßig. Und ich möchte auch Urlaub machen und nicht ständig schauen, was ist neu, was hat sich verändert, wie haben sich die Preise entwickelt, ist das Essen in den empfohlenen Restaurants noch so gut wie früher und so weiter. Dann reise ich zwar auch Richtung Norden, aber eher nach England, Schottland oder Irland und in die anderen skandinavischen Länder wie in diesem Jahr nach Schweden und Norwegen – über Dänemark natürlich.
Entdeckst du überhaupt noch neue Ecken in Dänemark?
Im Großen nicht, ich war wie gesagt schon in allen Regionen. Im Detail entdecke ich aber immer wieder Neues und versuche, das auch in meine Bücher zu bringen. Das kann ein neues, super schön gelegenes Café oder Restaurant sein, vielleicht ein Hofladen mit besonderen Produkten oder ganz im Trend eine neue Brennerei, vielleicht sogar ein Weingut, die findet man inzwischen im ganzen Land.
Und irgendwo gibt’s sicher ein neues Museum oder wenigstens eine Museumserweiterung, meist mit spektakulärer Architektur. Das wirst Du selbst wissen, Sibille, wie oft in diesem Bereich Tolles auf Weltklasseniveau in Dänemark entsteht, wie gerade das neue Wegner-Museum bei Tønder über den weltberühmten Stuhldesigner Hans Wegner. Da ist Dänemark dank der großen Kulturförderung durch Firmen- und Familienfonds wirklich beneidenswert gut aufgestellt.
Welches ist deine Lieblingsregion in Dänemark und warum?
Liebe Sibille, diese Fragen kannst du doch nicht jemandem stellen, der eigentlich ganz Dänemark von Gedser Odde bis Skagen und von Blåvands Huk bis Christiansø liebt und das seit Jahrzehnten. Ich habe nicht eine Lieblingsregion, ich habe eher Lieblingsregionen für jede Lebenssituation, Stimmungslage, Reisezeit und Reisedauer. Ich habe ein paar Jahre in Kopenhagen gelebt. Das ist für mich eine der schönsten Städte der Welt, eine im globalen Vergleich kleine Metropole, aber kulturell auf Augenhöhe mit weit größeren. Dazu kommt ein tolles Umland, mit Bussen und Bahnen so hervorragend erschlossen, dass man nicht einmal ein Auto braucht. Wenn ich einen Kreis von gut 50 Kilometern Luftlinie um das Zentrum ziehe, dann liegen darin fantastische Ferienhausgebiete von der Kattegatküste Nordseelands, die es durchaus mit der dänischen Nordseeküste aufnehmen kann, bis hin zur Halbinsel Stevns.
In diesem Kreis gibt’s dann allein fünf der neun dänischen UNESCO-Welterbestätten – Stevns Klint, Wikingerburg Borgringen bei Køge, Schloss Kronborg in Helsingør, Parforcejagdlandschaft bei Hillerød, Dom von Roskilde. Und mein Lieblingsmuseum, das Louisiana hoch über der Øresundküste, gehört auch dazu. Ziehe ich den Ring noch ein paar Kilometer weiter, rutscht noch die grandiose Insel Møn hinein, ebenfalls eine populäre Ferienhausregion mit einem weiteren Welterbe, Møns Klint, den faszinierendsten Kreideklippen im Ostseeraum ‒ sorry, Rügen.
Als mein Sohn klein war, haben wir mehrere Jahre hintereinander auf Bornholm im selben Ferienhaus Familienurlaub gemacht, weil Kinder sich einfach wohler fühlen, wenn sie ein bekanntes Umfeld finden. Zudem haben meine Frau und ich dort auf Burg Hammershus geheiratet – also eine Lieblingsregion, mit der ich sehr schöne Erinnerungen verbinde.
Denke ich an Dänemarks kleine Inseln, hätte ich gleich ein Dutzend Lieblingsinseln, weil die sich so herrlich mit dem Rad kreuz und quer erkunden lassen und alle doch irgendwie anders sind:
Mandø, nur über den Meeresgrund durchs Wattenmeer zu erreichen, nebenan Fanø mit seinen romantischen Orten, Læsø im Kattegat mit seinen einzigartigen, gut 400 Jahre alten Seetang-Dächern, das ganz abgelegene, flippige Anholt, das mit Wal Timmy so ungewollt in die deutschen Schlagzeilen geraten ist, Mors, die Insel, die nur vom Limfjord umspült mitten im Land liegt, das abwechslungsreiche Samsø und schließlich die vielen Inseln im südfünischen Inselmeer, allen voran das puppenstubenhafte Ærø.
Auf dem dänischen Festland in Ostjütland mag ich die Region Djursland ganz besonders, eine Lieblingsregion, gesprenkelt mit Burgruinen, Schlössern und Herrensitzen. Dies kombiniert mit einer spannenden Kombination aus Stadtkultur in der quirligen Unistadt Aarhus und dem charmant-liebenswerten Ebeltoft und mit viel Natur, allen voran im Nationalpark Mols Bjerge. Nicht weit von dort gibt’s das Dänemark, das allen Klischees von Dünen und Strand widerspricht und doch sehr, sehr dänisch ist, das Seehochland um Silkeborg ‒ meine Binnenland-Lieblingsregion.
Du merkst, ich kann gar nicht aufhören. Ach genau, Sønderjylland hätte ich fast vergessen, wo zwischen Nord- und Ostseestränden nur eine knappe Autostunde liegt. Da fahre ich auch mal für einen Kurzurlaub hoch und kaufe gern dänisches Design – die Möbelhäuser in Tønder und Sønderborg würden in jede Weltstadt passen. Und die dänische Nordseeküste brauche ich wohl nicht extra zu nennen. Ob das Wattenmeer im Süden, der Ringkøbing Fjord in der Mitte, das wilde Thy im Norden und Skagen als kulturelles Krönchen mit Strandrand ‒ alle liebenswert. Ein besonderes Lieblingsstädtchen habe ich aber doch: Thyborøn! Rau, aber herzlich, und die Delfinbeobachtungstouren sind ein Hammer.
Du merkst mein Dilemma bei dieser Frage: Ist alles so schön in Dänemark, kann mich nicht entscheiden.
Womit fotografierst du?
Mit allem, was eine Linse hat. Ich habe aus meinem Arbeitsleben über zwei Dutzend Kameras in einem Vitrinenschrank. Die Anlogen hatten noch lange Lebenszyklen, weil sie technisch ausgereizt waren. Die Digitalen haben sich dann ständig weiterentwickelt und da musste ich, um up to date zu bleiben, immer wieder neue kaufen. Inzwischen habe ich auch ein hochwertiges Smartphone, das Bilder liefert, die man für den Druck benutzen kann, und online sowieso. Das macht die schwere Kameratasche, die mich mein ganzes Leben begleitet hat, etwas leichter.
Wie viel Arbeit steckt eigentlich in solch einem Reisehandbuch?
Unendlich viel (Hans lacht). Im Ernst, Sibille, das reine Schreiben eines neuen Buches wie mein DuMont-Reisehandbuch Dänemark mit 470 Seiten dauert gut ein halbes Jahr inklusive der Bildauswahl, der Vorbereitung der Karten und ein oder zwei Korrekturdurchgängen nach dem Lektorat. Ist das Buch erschienen, wird es alle ein bis zwei Jahre für eine Neuauflage aktualisiert. Das kann je nach Umfang ein bis drei Monate dauern – das Reisehandbuch Dänemark ist aktuell die 8. Auflage.
Bei mir fließen über 30 Jahre Reiseerfahrung in Dänemark in solch ein Projekt ein. Das meine ich mit dem Unendlichen. Jeder Beruf braucht eben Know-how und ich habe mir das über Dänemark erarbeitet, ein Studium der Skandinavistik mit Dänisch als Hauptsprache inklusive. Insgesamt habe ich knapp ein Dutzend Bücher über Dänemark geschrieben, weitere über Island, Norwegen und ‒ etwas aus der Richtung ‒ über Neuseeland.
Was kannst du Dänemark- a) Neulingen und b) Kennern empfehlen?
Bei allem Respekt vor den Social-Media-Kanälen über Dänemark rate ich keinem Neuling, einfach dort zu fragen: „Ich will zum ersten Mal nach Dänemark, wo soll ich hinfahren?“ Da gibt’s dann 257 oder so Antworten von begeisterten Dänemark-Fans, die nur kurz ihren Lieblingsort nennen. Dann steht man da, fragt sich, warum soll ich gerade dorthin fahren und wo liegt das überhaupt? Da breche ich jetzt mal eine Lanze für unseren Beitrag, Dänemark den Menschen näherzubringen: Kauft einen guten Reiseführer und stöbert darin herum. Schaut, wo die Orte liegen, ob es dort das gibt, was ihr gern wollt, was euch und eure Mitreisenden interessiert.* Ferienhäuser gibt’s dann garantiert irgendwo in der Nähe. Und den Kennern empfehle ich: Reist immer mal in eine andere Ecke des Landes. Dänemark ist doch so vielseitig und hat überall schöne Landschaften. Es kann durchaus spannend sein, sich bei einem Dänemark-Urlaub an zwei oder drei verschiedenen Orten ein Ferienhaus zu mieten. Ich habe das mit Freunden schon gemacht, erst eine Woche Hvide Sande und dann eine Woche Klitmøller – alle waren begeistert. Und je länger die Anreise, desto mehr lohnt es sich.
*Anmerkung von uns: Ihr könnt zusätzlich natürlich auch auf unseren zahlreichen Seiten stöbern! Schaut doch mal auf die Seite „Unsere Inhalte“ und verschafft euch einen Überblick, was es alles bei uns zu finden gibt!