Wandeln Sie auf den Spuren Harald Blåtands und erleben Sie das fantastische Museum der Wikingerburg Borgring. Das neue Museum widmet sich der Geschichte der nie fertiggestellten wikingerzeitlichen Ringburg nahe der Stadt Køge auf Seeland. 

Ausstellung Vikingeborg Borgring
© Thomas Lekfeldt

Die faszinierende Geschichte von Borgring

Borgring ist die bisher am gründlichsten ausgegrabene und wissenschaftlich unter die Lupe genommene Wikingerburg Dänemarks. Die ersten Ausgrabungen dieser Burg fanden in den Jahren 1971 bis 1972 statt.

In den Jahren 2016 bis 2018 wurde sowohl auf dem Borgring als auch in der Umgebung der Burg akribisch gegraben, unterstützt und finanziert von der A.P. Møller Stiftung und der Gemeinde Køge mit insgesamt 24 Millionen DKK.

Die Ergebnisse der Ausgrabungen waren eine wichtige Grundlage für die Aufnahme der fünf dänischen wikingerzeitlichen Ringburgen auf die Liste des UNESCO-Welterbes. So gehört Borgring seit 2023 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Im Jahre 2014 konnte dank dendrochronologischer Untersuchungen nachgewiesen werden, dass es sich bei Borgring um eine Wikingerburg handelt, die vermutlich im 10. Jahrhundert errichtet wurde.

Das Ende der Wikingerzeit

Der Borgring, der nie fertiggestellt wurde, markiert das Ende der Wikingerzeit und im neuen Museum, das sich auf dem Gelände der ehemaligen Burg befindet, wird eben diese Geschichte erzählt werden. Wir werden von einer Zeit erfahren, in der sich die Gesellschaft und der Glaube der Wikinger drastisch veränderte und eine neue Ära begann.

Das 1.800 Quadratmeter große Erlebnis- und Forschungszentrum wurde von LOOP Architects entworfen.

Ausstellung im neuen Museum Borgring
© Thomas Lekfeldt

 Ausstellungen des Museums

Die Königshalle Visuelle Installationen führen Sie zurück in eine Zeit der nordischen Götter, christlichen Heiligen und Harald Blåtand. Warum ließ der König sich taufen und was bedeutete das Christentum für seine Macht?
UNESCO-Halle 2023 wurden die fünf Ringburgen Harald Blåtands in die UNESCO-Liste der wichtigsten Kulturerbe Stätten aufgenommen. Hier erfahren Sie die Geschichte dahinter.
Udsigten - die Aussicht Lassen Sie den Blick über die Landschaft schweifen und entdecken Sie Borgring von oben wie einst Harald Blåtand
Kongestien Eine Reise durch die Visionen Harald Blåtands, die Realität der Wikingerzeit und die Geschichte der gigantischen Arbeiten der Bauvorhaben des Königs.
Die Burg Groß und hoch, gebaut aus den besten verfügbaren Materialien, so inszenierte der König seine Macht.  Die streng geometrische und symmetrische Architektur war und ist auch heute noch geradezu spektakulär und seinerzeit ein Novum. Auch die Platzierung der Burg spielte eine große Rolle bei der Machtdemonstration des Königs.
Borgring von oben
© Peter Leschly

Erlebnis, Forschung und Events

Dem Erlebniszentrum ist ein Zentrum für wikingerzeitliche Studien angeschlossen, Arbeitsplatz für Archäologen und Forscher des Museums. Das Zentrum gewährt Einblicke in Aufarbeitung der Funde aus Borgring wie auch aus den anderen Ringburgen und beschäftigt sich mit einer Kartierung der Wikinger in Dänemark.

Darüber hinaus wird das Eventcenter von Borgring Unternehmen, Vereinen und auch Einzelpersonen den passenden Rahmen bieten, Events zu organisieren, die die Wikingerzeit thematisieren. Von akademischen Vorträgen bis Medienproduzenten, von Spieleentwicklern bis Verkostungen von Met-Brauern – hier wird vieles möglich gemacht werden.

Wissenschaftliche Untersuchungen rund um die Wikingerburg Borgring

Die Burg wurde auf einem Hügel an einem Fjord von Wikingern errichtet, der bis ins Mittelalter schiffbar war. Die Wallanlage, die in einem Kreis angelegt wurde, hatte einen Außendurchmesser von 145 Metern und war mit einem etwa 11,0 Meter breiten Wall und einer Palisade gekrönt. Sie verfügte über v-förmige Gräben und vier Tore, von denen zwei freigelegt wurden, was dem „Typ Trelleborg“ entspricht. Im Jahr 2013 führten die Archäologen Nanna Holm vom dänischen Zentrum für Burgenforschung und Søren M. Sindbæk von der Universität Aarhus präzise Lasermessungen (LiDAR Scans) auf einem Gelände durch, von dem sie annahmen, dass es sich um eine mögliche wikingerzeitliche Burganlage handeln könnte.

Sindbæk, der hauptsächlich zur Wikingerburg Aggersborg forscht, hatte zuvor die Hypothese aufgestellt, dass sich eine weitere Anlage auf der Insel Seeland bisher unentdeckt befand. Bei Lellinge schien der richtige Ort in der Landschaft zu sein. Holm wies auf eine Stelle hin, an der sich zwei alte Hauptstraßen trafen und im Flusstal der Køge Å in Richtung eines zur Wikingerzeit schiffbaren Fjords und eines der besten natürlichen Häfen Seelands führten.

Gezielte Grabungen

Im Sommer 2014 führten Sindbæk und Holm, unterstützt von Helen Goodchild von der Universität York in England, eine Untersuchung an der kaum sichtbaren Erhebung durch. Schließlich konnte Sindbæks Hypothese durch geophysikalische Methoden bestätigt werden, als Goodchild mithilfe eines Magnetometers archäologische Strukturen des Walles aufdeckte. In nur wenigen Tagen erstellten sie ein detailliertes Computermodell, das den Archäologen bei der Festlegung gezielter Grabungen half. Die Ausgrabungen bestätigten das Vorhandensein des kreisrunden Wallrests, einer stabilen Holzverkleidung entlang der Front und massiver Holztore. Zwei dieser Tore wurden von den Archäologen freigelegt und es wurde festgestellt, dass sie durch Brand zerstört worden waren. Am Nordtor entdeckte man massive verkohlte Eichenpfosten.

UNESCO-Welterbe 2023

Im September 2023 wurden die fünf bisher bekannten Ringburgen Dänmarks in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Neben Borgring sind es Aggersborg, Fyrkat, Nonnebakken und Trelleborg.

Begründet wurde die Eintragung damit, dass die Burgen zusammen eine einzigartige Zeitspanne in der Weltgeschichte darstellen, in der Skandinavien vom Heidentum zu einem integralen Bestandteil der christlichen Kultur Europas wurde. Die Ringburgen in Dänemark sind die physische Manifestation der Turbulenzen dieser Zeit und zudem eine einzigartige technische Leistung, die Dänemark als neues, vereintes Königreich kennzeichnet.

Die Ringburgen stammen allesamt aus der Zeit zwischen 970 und 980 n. Chr. unter der Herrschaft Harald Blåtands. Harald Blåtand vereinte das Königreich und machte die Dänen zu Christen – wie wir auf dem größeren der beiden Runensteine von Jelling erfahren. Das ging aber nicht ohne Widerstand vonstatten. Um seine Position zu sichern, errichtete er militärische Stützpunkte, die seine Macht im In- und Ausland demonstrieren sollten.

Vikingeborgen Borgring im Überblick

Lage Nahe Køge auf Seeland
Öffnungszeiten 16. Januar – 13. Dezember dienstags – sonntags 10–16 Uhr
Eintrittspreise Erwachsene: 159 DKK (139 DKK online)
Alterbeschränkung keine
Barrierefreiheit Das Museum ist barrierefrei
Parken Gratis Parkplätze direkt am Museum
Verpflegung Café Borgring
Hund Hunde sind im Außenbereich willkommen, der Besuch innen ist leider nur für Assistenzhunde gestattet
Fotografieren/Filmen Das Fotografieren ist zu privaten Zwecken gestattet
Hier erwacht Harald Blåtand zum Leben - dank KI
Hier erwacht Harald Blåtand zum Leben - dank KI
© Rune Brink og Christian Zander

Adresse

Vikingeborgen Borgring
Ringstedvej 190
4600 Køge

Geo-Koordinaten: 55.465377379875704, 12.119541326520649

Unter dieser Webadresse finden Sie weitere Informationen: vikingeborgen.dk

Die Datierung von Borgring erfolgte mithilfe der C14-Methode, bei der Proben von den äußersten Baumringen der verkohlten Eichenpfosten des Nordtores verwendet wurden. Die Resultate beider Proben wiesen nahezu identische Ergebnisse auf: Die Errichtung der Burganlage fand im Zeitraum zwischen dem 10. Jahrhundert und dem Beginn des 11. Jahrhunderts statt. Die C14-Datierung wurde vom AMS 14C-Datierungszentrum an der Fakultät für Physik und Astronomie der Universität Aarhus in Dänemark in enger Zusammenarbeit mit den Accium Biosciences Laboratorien in Seattle, USA, durchgeführt.

Die Benennung von archäologischen Fundstätten in Dänemark wird von der Institution vorgenommen, die für die Ersterschließung der archäologischen Stätte verantwortlich ist. Seit dem 19. Jahrhundert trug der Fundort den Gemarkungsnamen Borgerring/Borgring. Aufgrund dessen, dass er sich heute im Besitz des Stiftes Vallø befindet, wurde der Name um "Vallø" erweitert. Die nahegelegene Ortschaft Lellinge und die Kommune Køge hatten den Wunsch geäußert, in den Namen einbezogen zu werden, doch ihre Vorschläge fanden keine Zustimmung. Nach eingehender Recherche in alten Karten und Datenbanken traf die dänische Denkmalbehörde eine Entscheidung bezüglich des örtlichen Namenszusatzes. Seit Oktober 2014 wurde der Name der neu entdeckten Wikingerburg offiziell auf "Borgring" festgelegt. Die Behörde begründete dies damit, dass dieser kurze und einfache Name korrekt ist und gut zu den Namen der anderen Wikingerburgen passt.

 

aktualisiert am 16.03.2026