Festtage und Feiertage in Dänemark

Die Kultur eines Landes kennen zu lernen bedeutet auch, sich mit den Festtagen zu befassen. Denn so wie der Mensch feiert, so ist auch seine Seele. Wenn Sie für Ihren Urlaub in Dänemark den richtigen Zeitpunkt setzen, dann können Sie auch mitfeiern an den unterschiedlichsten Festtagen Dänemarks.

Bild - Kulturnacht in Kopenhagen
Kulturnacht in Kopenhagen

Der Karneval in Dänemark

Der Faschingsbrauch kam ungefähr im 13. Jahrhundert nach Dänemark. Der „Fastelavn“ kann mit „Fastenabend übersetzt“ werden und ist dem deutschen Karneval gar nicht so unähnlich. In Aalborg findet jedes Jahr ein toller Karneval statt.

Bild - Karneval in Aalborg
Karneval in Aalborg

Das symbolische Katzenschlagen

Zu den Faschingsbräuchen Dänemarks gehört das sogenannte „Katzenschlagen“. Die Katze als Symbol des Bösen wurde in ein Holzfass gesteckt. Nun wurde auf das Fass eingeschlagen bis es zerbrach und die Katze schließlich das Weite suchte. Heute genügt allerdings eine auf dem Fass aufgemalte Katze und einerseits der Tradition und andererseits dem Tierschutz Genüge zu tun.

Zweigbündel mit Süßigkeiten

Nicht weniger zimperlich ging es beim Zweigbündelschlagen zu. Die Zweige wurden als Fruchtbarkeitssymbol mit den Bildern von Neugeborenen ausgestattet und sie dienten dazu, die Frauen zu eben dieser Fruchtbarkeit anzutreiben. Heute sind die Zweigbündel mit Süßigkeiten bestückt. Vor allem die Faschingsbrötchen aus Blätterteig sind hierzu besonders geeignet.

Faschingsumzüge in Dragor und Store Magleby

Festlich gekleidete Reiter und Flaggenträger führen die Faschingsumzüge auf der Halbinsel Amager an. Die stolzen Reiter machen während des Umzugs Halt bei verschiedenen Häusern der Stadt und werden dort mit Rumpunsch versorgt.

Bild - Kinder malen gerne Ostereier
Kinder malen gerne Ostereier

Ostern in Dänemark

Osterzeit, das bedeutet auch immer Frühlingszeit. Die Natur erwacht zu neuem Leben und die Temperaturen werden milder. Der Kerngedanke des Osterfests ist in Dänemark kein anderer als hierzulande: Es gilt die Wiederauferstehung Jesu Christie zu feiern. Aber ein paar besondere Traditionen haben sich die Dänen auch zu Ostern ausgedacht.

Dänischer Osterschmuck

Die Natur des Frühlings wird zu einem bunten Blumenstrauß aus Frühlingsblumen mit Schleifen und Ostereiern zusammengebunden. Sträucher und Zweige werden zur Dekoration an den Türen und den Fassaden der Häuser.

Der „Gækkebrev“ – Ein Narrenbrief mit Maiglöckchen

Eine ganz eigensinnige Ostertradition haben sich die Dänen mit dem „Gaekkebrev“ ausgedacht. Das ist ein gereimter Brief der zusammen mit Maiglöckchen an einen geheimen Empfänger gesendet wird. Dieser muss dann erraten, wer der Absender dieser kleinen Aufmerksamkeit gewesen ist. Wer das nicht errät, gilt als ein Narr und muss dem Absender einen Kuss oder eine andere Aufmerksamkeit geben.

Das Pfingstfest

Sowohl in der Bedeutung des Pfingstfestes, wie auch im Brauchtum unterscheidet sich der Feiertag im Frühling in Dänemark nicht wesentlich von der deutschen Tradition.

Datum und Bedeutung

Das Datum des Osterfestes bestimmt den Zeitpunkt von Pfingsten. Pfingsten folgt Ostern jeweils nach 50 Tagen, wobei der Ostersonntag als der erste Tag gezählt wird und das Pfingstfest wiederum an einem Sonntag beginnen muss. So kann Pfingsten zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni liegen. Das Pfingstfest feiert die Begegnung der Jünger Jesu mit dem heiligen Geist.

Das Brauchtum zu Pfingsten

Das Brauchtum rund um Pfingsten kennt Bräuche, die dem Maibrauchtum entlehnt sind und auch Elemente früherer Hirtenfeste im Zusammenhang mit dem Weideauftrieb des Viehs beinhalten. Das kann das Schmücken eines Pfingstochsen oder auch eine Geißbockversteigerung sein. Die einzelnen Bräuche können lokal recht unterschiedlich ausfallen.

Der dänische Nationalfeiertag

Am 5. Juni feiern die Dänen den Tag ihrer Verfassung. Der „Grundlovsdag“ ist kein arbeitsfreier Feiertag, die Tradition geht aber bis in das Jahr 1849 zurück, als König Frederik VII das absolutistische Königsgesetz durch die konstitutionelle Monarchie ersetzte.

Bild - Sankt Johannis - Johannes der Täufer, christlicher Heiliger. Feier zur Sonnenwende in Dänemark
Sankt Johannis - Johannes der Täufer, christlicher Heiliger. Feier zur Sonnenwende in Dänemark

Johannisabend und Mittsommerfest

Zu Ehren von Johannes, dem Täufer

In Deutschland gibt es keinen Feiertag zu Ehren vom Johannes, dem Täufer. Aber in Dänemark gehört der 23. Juni als vermeintlicher Geburtstag der biblischen Person zu den Festtagen. Ja, der Johannisabend gilt sogar als einer der beliebtesten Gedenktage des Jahres.

Traditionen am Johannisabend

Der Johannisabend gilt als eine besinnliche Begegnung von Freunden und Familie mit einem gemeinsamen Abendessen. Auf lokalen Festplätzen wird gegen 22 Uhr ein großer Holzstoß mit einer Hexenpuppe an der Spitze entzündet. Prominente Personen halten zuvor noch eine Rede. Danach wird gemeinsam gesungen. Der Johannisabend gilt auch als das Fest der Sonnenwende, die aber tatsächlich zwei Tage zuvor eintritt. Auch an vielen Stränden Dänemarks wird das Mittsommerfest entzündet.

Halloween in Dänemark

Der Ursprung von Halloween

Auch in Dänemark wird Halloween gefeiert. Dabei handelt es sich nicht um einen dänischen Feiertag, sondern um eine importierte Festivität. Die Ursprünge des Halloweenfestes kommen aus der irischen Renaissance und wurden im Jahre 1830 erstmals volksurkundlich erwähnt. Halloween wird am 31. Oktober, am Vorabend vor Allerheiligen gefeiert.

Bild - Halloween im Tivoli-Park
Halloween im Tivoli-Park, Kopenhagen

Halloween-Events in Dänemark

Obwohl Halloween keine dänische Ursprungsgeschichte kennt, gibt es doch auch in dänischen Landen so manches Halloween-Event zu bestaunen. So mancher Ferienort und nicht wenige Ladengeschäfte verwandeln sich an Halloween zum reinsten Spukort. Kürbisse, Halloweendekorationen und Geisterschmuck zieren dann die Einkaufsstraßen. Vor allem der Freizeitpark Tivoli in Kopenhagen wird an diesem Abend zu einem schaurigen Ort.

Der Buß- und Bettag

Auch in Dänemark kennt man den Buß- und Bettag. An diesem Feiertag der evangelischen Kirche sollen die sündigen Menschen zur Umkehr und zum Gebet aufgerufen werden. Dieser kirchliche Feiertag wird zwischen dem 16. November und dem 22. November angesetzt. In Deutschland gilt der Buß- und Bettag nur noch in Sachsen als arbeitsfreier Tag. In Dänemark ist der Gedenktag seit dem Jahre 1686 als gesetzlicher Feiertag bekannt.

So feiern die Dänen den Valentinstag in Dänemark

Der Tag der Verliebten hat längst auch in Dänemark seinen festen Platz im Kalender der alljährlichen Events gefunden. Obwohl die Dänen großen Wert auf eigene Bräuche mit langer Tradition legen, haben sie sich allmählich mit dem „neumodischen“ Valentinstag angefreundet.

Wahrscheinlich kommt der Valentinsbrauch aus Großbritannien. Etwa im 15. Jahrhundert brachte das Los sogenannte „Valentinspaare“ zusammen, die sich gegenseitig mit selbst verfassten oder eigens in Auftrag gegebenen Gedichten und kleinen aber feinen Liebesgaben beschenkten. Dieses Valentinsritual wurde von englischen Auswanderern in die Neue Welt mitgebracht, von wo es durch amerikanische Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg schließlich nach Deutschland kam. Doch erst Anfang der 1990er Jahre konnte der Valentinstag in Dänemark erst so richtig heimisch werden, wobei die Dänen sich dabei vom entfernten Amerika inspirieren ließen und nicht von den zahlreichen europäischen Nachbarländern, die diesen Brauch schon sehr viel länger begeistert pflegen.

Heimische Traditionen über alles

Die Dänen hegen und pflegen ihr Brauchtum mit großer Sorgfalt. Dabei achten sie auch recht streng darauf, dass die Traditionen ebenso unverfälscht weitergegeben werden, wie man sie einst von den Vorfahren überliefert bekam. Der Löwenanteil der dänischen Bevölkerung vertritt die Auffassung, dass tradierte Bräuche nicht verändert, oder gar von ausländischen Sitten und Gebräuchen beeinflusst werden dürfen. Dieses „Reinheitsgebot“ der Traditionen macht es neumodischen Trends natürlich recht schwer, im kleinen Königreich Dänemark Fuß zu fassen und sich darin zu etablieren. Dabei kann es natürlich vorkommen, dass so mancher Däne eifrig die Weihnachtsbaum-Tradition pflegt, ohne zu wissen, dass dieses Brauchtum von Deutschland ins skandinavische Inselreich hinüber geschwappt ist. Einige Dänen lehnen den Valentinstag ebenso wie Halloween ab, weil diese Bräuche aus den Vereinigten Staaten ins alte Europa gebracht wurden, und so gar nichts mit altehrwürdigen Traditionen gemein haben.

Doch wie so vieles andere ist auch das eine Frage der Zeit. So lassen sich die jungen Dänen trotz zahlreicher Vorbehalte ihrer Eltern und Großeltern nicht davon abhalten, den Valentinstag ebenso zum Tag der Liebe zu erklären, wie das in vielen anderen Ländern auch der Brauch ist. Es darf als wahrscheinlich davon ausgegangen werden, dass die heutigen Valentinstags-Anhänger ihre Begeisterung über diesen Tag nicht nur selbst zum Ausdruck bringen, sondern den Valentinsbrauch auch an ihre eigenen Kinder weitergeben, die den 14. Februar irgendwann als typisch dänischen „Feiertag“ in ihrem Bewusstsein fest verankert haben werden.

Schneeglöckchen, Schokolade und schöne Gedichte – dänische Valentinsgaben

Auch in Dänemark haben Blumenhändler, Schokoladengeschäfte und Konditoreien um den 14. Februar herum Hochkonjunktur. Blumenherzen werden ebenso gerne verschenkt wie raffiniertes Gebäck und köstliche Pralinen. Doch die Dänen sind sogar noch kreativer, was ihre Valentinsgaben anbelangt. Neben Schneeglöckchen als „traditioneller“ Valentinsblume zählen auch Gedichte und sogar Rätsel zu beliebten Präsenten unter Liebesleuten. Diese Liebesgaben werden ohne Angabe des Absenders verschickt, so dass der Empfänger herausfinden muss, wem er das Geschenk verdankt. Hat er richtig geraten, winkt eine Belohnung.

In Kopenhagen ist es zu einem beliebten Ritual geworden, dass Verliebte am Valentinstag ein Vorhängeschloss mit ihrem Namen an die Hafenbrücke „Bryggebroen“ anbringen. Wer dann nach einem intensiven Kuss den Schlüssel ins Meer wirft, darf sich – zumindest der Legende nach – ewiger Liebe sicher sein.

Wer zum Valentinstag zu zweit Urlaub in Dänemark macht, hat viele schöne Möglichkeiten, diesen denkwürdigen Tag besonders schön und vor allem romantisch zu begehen. So erleuchten etwa eine halbe Million Lichter den abendlichen Vergnügungspark Tivoli, der die perfekte Kulisse für einen unvergesslichen Spaziergang abgibt. Auch das herrlich „hyggelige“ Kanalviertel Nyhavn ist immer ein guter Tipp für verliebte Nachtschwärmer, die es ganz besonders malerisch mögen. Da ein Gourmet-Menü zum Valentinstag ebenfalls auf große Begeisterung stößt, ist auch ein romantisches Diner bei Kerzenschein in einem der zahlreichen Feinschmeckerrestaurants in Kopenhagen stets eine gute Entscheidung.

Weihnachten in Dänemark

Lange Nächte begleiten den Winter in Dänemark. Und doch kann Sie ein Dänemark-Urlaub während der kalten Jahreszeit verzaubern. So sehr unterscheiden sich die Weihnachtsbräuche in Dänemark gar nicht von jenen, die wir in Deutschland kennen.

Traditionen und Bräuche

Die Vorweihnachtszeit beginnt auch hier zum 1. Advent. Dann beginnen die Ladenlokale ihre Geschäfte mit Weihnachtsdekorationen zu schmücken. Dann kommen die Süßigkeiten in die Schaufenster. Auf den Marktplätzen werden beleuchtete Tannenbäume errichtet, an den Straßen erwachen die Weihnachtsmärkte und Weihnachtsausstellungen. Als Alternative zum Adventskalender kommen auch gerne Kalenderkerzen zum Einsatz. Der Adventskranz ist in Dänemark als ein Importartikel aus Deutschland zu verstehen.

Wo ist der Nikolaus?

Nein, nach dem heiligen St. Nikolaus werden Sie in Dänemark vergeblich suchen. Er gehört hier nicht zu den weihnachtlichen Traditionen. Dafür gibt es am 13. Dezember die Lucia. An diesem Tag tragen junge Mädchen weiße Kleidung und singen in Krankenhäusern und Pflegeheimen das Lied der Lucia.

Heiligabend – Das Familienfest

Auch in Dänemark wird Heiligabend vor allem mit der Familie gefeiert. Am 24. Dezember wird der Tannenbaum in den Nationalfarben rot und weiß geschmückt und auch ein kleines Dannebrog Fähnchen soll am Baume nicht fehlen. Als Festmahl kommt der Schweinebraten oder die Gans mit Rotkohl und Kartoffeln auf den Tisch. Æbleskiver gilt als beliebtes Backwerk für den Heiligabend.

Silvester in Dänemark

Weihnachten steht in Dänemark im Zeichen der Familie. Silvester wird jedoch mit Freunden gefeiert. Um 18 Uhr wird die Ansprache der Dänischen Königin Margrethe II im TV und im Radio übertragen.

Gutes Essen an Silvester

Wie auch in Deutschland, so gehört eine gute Mahlzeit zu jeder Silvesterfeier mit dazu. Während der Festschmaus an Weihnachten gerne etwas kräftiger ausfallen darf, so setzen immer mehr Dänen an Silvester auf kalorienarme dänische Küche. Es gibt kein traditionelles Silvestergericht in Dänemark, aber mit gekochtem Kabeljau, Raclette oder Fondue und Kartoffeln können Sie in Dänemark an Silvester immer punkten.

Vorsicht beim Feuerwerk

Sie möchten während Ihres Urlaubs in Dänemark an Silvester auch ein eigenes Feuerwerk in den Himmel schießen? Dann sollten Sie die Feuerwerkskörper unbedingt vor Ort erwerben. Denn die Einfuhr von Feuerwerk aus dem Ausland ist leider nicht erlaubt.

Festliches Dänemark – Machen Sie mit!

Auch Dänen feiern ihre Feste wie sie fallen. Und als weltoffenes Volk sind sie auch gerne dazu bereit, Touristen mitfeiern zu lassen. Wenn es der Kalender zulässt, sollten Sie von diesem Angebot regen Gebrauch machen!

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Letzte Aktualisierung am 24.06.2020.

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